Sie sagt. Er sagt.
In seinem neuen Theaterstück beschäftigt sich Ferdinand von Schirach mit dem Dilemma, dass in Fällen von sexueller Gewalt nahezu immer Aussage gegen Aussage steht. Katharina Schlüter, eine erfolgreiche TV-Moderatorin, beschuldigt ihren ehemaligen Geliebten, den Unternehmer Dr. Christian Thiede, sie vergewaltigt zu haben. Zeugen gibt es für dieses Vergehen nicht, und so dreht sich im Strafprozess alles um die Frage der Glaubwürdigkeit. Sowohl für den Angeklagten als auch für die Klägerin steht viel auf dem Spiel: Die weitere private und berufliche Zukunft sowie die Reputation hängen maßgeblich davon ab, wessen Version das Gericht bestätigen wird. Das Stück zeigt, wie kompliziert eine Urteilsfindung in solchen Fällen ist und wie eng sie mit gesellschaftlichen Werten und herrschenden Vorurteilen zusammenhängt.
Von Ferdinand von Schirach
Eine Produktion der Hamburger Kammerspiele
Regie: Axel Schneider
Dialogregie: Stine Kegel
Kostüme: Sarah Yekani Zare
Dramaturgie: Anja Del Caro
Mit Franz-Joseph Dieken, Katrin Gerken, Dirk Hoener/Ingo Meß, Lisa Karlström, Andrea Lüdke, Antje Otterson, Pierre Sanoussi-Bliss/Sewan Latchinian
Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung am 24. Februar 2027 mit Helke Rüder (Dramaturgin Hamburger Kammerspiele) im CaféSchmidtchen im Körberhaus
Foto: Bo Lahola
Ein aufrüttelnder Theaterabend. Präzise gespielt.
NDR HAMBURG JOURNAL

