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  • (c) Bo Lahola

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Hedda Gabler

Hedda langweilt sich. Sehr. Mit Schießübungen vertreibt sie sich die Zeit. Die Waffen hat sie von ihrem Vater geerbt. Die scharfe Munition auch. Heddas frischgebackener Ehemann Jörgen Tesman vermag Heddas Langeweile nicht zu vertreiben. Immerhin besteht bei ihm Aussicht auf eine wohldotierte Stelle als Professor. Ein gutes, bürgerliches Leben könnte es sein. Doch da taucht ein alter Bekannter auf: Eilert Lövborg, ein geistreicher und inspirierender, wenn auch erfolgloser, Autor. Dieser ist Tesman nicht nur an Charisma deutlich überlegen, er konkurriert plötzlich sogar mit ihm um die Professur.

Hedda und Eilert verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Sie fühlten sich einmal sehr zueinander hingezogen. Aber Eilert kommt diesmal nicht allein. Frau Elvstedt, seine treue Mitarbeiterin und ergebene Helferin in der Not, weicht nicht von seiner Seite. Frühere Konflikte und alte Verletzungen gelangen wieder an die Oberfläche. Alte Leidenschaften und neue Feindseligkeiten brechen sich Bahn.

Hedda fordert von Eilert eine große, mutige Tat, etwas, das über allem steht. Vollkommen und schön. Die alles bestimmende Langeweile ist verschwunden. Für kurze Zeit. Eine Pistole im Koffer fehlt.

07.03.2024: Dramaturgische Einführung um 18:45 Uhr

Teresa Weißbach hat den Theaterpreis Hamburg 2023 für die Rolle der „Hedda Gabler“ erhalten.

„Teresa Weißbach ist eine unbeugsame, harte und dabei trotzdem auch verletzliche und weibliche Hedda. Sie zeigt eine Hedda, die geradezu einen körperlichen Ekel empfindet, wenn sie sich der ihr zugewiesenen begrenzten Rolle als Ehefrau bewusst wird. Die dann empfundene Leere lässt sie innerlich fast explodieren. Mittelmaß und Schwäche will und kann sie nicht ertragen. Ohne einen für sie erkennbaren Ausweg aus ihrer Situation, will Hedda wenigstens Macht, Schönheit, Bewunderung und Unterwerfung. Mit den Menschen in ihrem Umfeld, die sie dafür wie Figuren auf einem Schachbrett lenkt, spielt sie nach ihren unbarmherzigen Regeln Schicksal. Mit ihrer Darstellung dieser unkonventionellen und unberechenbaren Hedda, die eine unstillbare Sehnsucht nach einem anderen Leben umtreibt, lenkt Teresa Weißbach auf faszinierende Weise das gesamte Geschehen auf der Bühne. Sie erzeugt mit ihrem Spiel Mitleid, Unverständnis bis hin zur Fassungslosigkeit über die Unverfrorenheit ihres Handelns. Der Intensität ihrer Darstellung kann man nur staunend zusehen – bis zum bitteren Ende.“ – Die Jury

 

Alle Toten fliegen hoch – Amerika

„Mit achtzehn ging ich für ein Jahr nach Amerika. Noch heute erzähle ich oft, dass es ein Basketballstipendium war, aber das stimmt nicht. Meine Großeltern haben den Austausch bezahlt.“

So beginnt der erste Roman von Joachim Meyerhoff, der seinen Ich-Erzähler aus der norddeutschen Provinz in die Weiten des amerikanischen Westens führt. Zwei Welten stoßen aufeinander. Selbstironisch, empfindsam und pointiert erinnert Joachim sich an seine Zeit in Amerika.

Bereits beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zwischen sich und den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen schmerzlich bewusst. Konsequent gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen als genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus – und landet kurz darauf in Laramie, Wyoming, mit Blick auf Pferde, Prärie und Rocky Mountains.

Der drohende „Kulturschock“ bleibt erst mal aus … der Stundenplan ist attraktiv, Joachim wird ins Basketball – Team aufgenommen und auch mit den Mädchen läuft es ganz gut – bis ihn die Nachricht vom Tod seines Bruders erreicht. Zurück in Norddeutschland umfängt ihn seine Familie mit einer Trauer, der er nur mit einem erneuten Aufbruch in die Ferne begegnen kann.

09.02.2024: Dramaturgische Einführung um 18:45 Uhr

Gott

Richard Gärtner möchte nicht mehr leben. Nach dem Tod seiner Frau fehlt ihm der Lebenswille. Er entscheidet sich zu sterben. Gärtner, der kerngesund ist und noch ein ganzes Stück Leben vor sich hätte, bittet seine Hausärztin um Beihilfe zum Suizid. Diese verweigert ihm die Unterstützung. Jetzt – an diesem Abend – beschäftigt der Fall den Deutschen Ethikrat. Sachverständige aus Justiz, Medizin und Kirche diskutieren über das Recht auf einen assistierten Suizid.

Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod? Was ist moralisch vertretbar? Am Ende des Abends liegen die Empfehlungen des Ethikrats vor und wir (das Publikum) müssen abstimmen und ein Urteil fällen. Wie bereits in seinem ersten Theaterstück „Terror“ setzt Ferdinand von Schirach damit seine Idee vom Theater als gesellschaftlichem Diskursraum fort. Wie beweist man die Autonomie und Selbstbestimmtheit eines Suizidwunsches? Sind Palliativmedizin oder Sterbehilfeangebote im Ausland die bessere Alternative? Lässt sich die Moral einer Gesellschaft so schnell umcodieren, dass sie den Suizidwunsches eines gesunden Menschen akzeptieren kann?

06.12.2023: Dramaturgische Einführung um 15:15 Uhr 

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Die Welt will betrogen sein, und Felix Krull – geborener Hochstapler, eloquenter Charmeur und Liebling nicht nur der Frauen – betrügt sie. Attraktiv, elegant, ausreichend egoistisch und raffiniert beschreitet er seinen ganz eigenen Weg zwischen Wünschen, Werten und Wahrheit.

Felix Krull, Sohn eines Sektfabrikanten, erkennt früh seine schauspielerischen Fähigkeiten und versteht es sie einzusetzen. So gelingt es ihm dank einer schauspielerischen Meisterleistung beim Wehrdienst, ausgemustert zu werden. Er sucht sein Glück in Paris und steigt, vorerst als Liftboy, in die Hotelbranche ein. Kleine Diebstähle sind der Auftakt seiner kriminellen Karriere, die im Grand Hotel ihren Feinschliff erhält und durch den Rollentausch mit einem liebeskranken Hotelgast, einem echten Marquis, gekrönt wird. Mit dessen Namen, Papieren und Vermögen ausgestattet, begibt sich Felix auf Weltreise. Er zelebriert den schönen Schein und gibt (s)eine Rolle in der Gesellschaft, bis er diese am Ende gar nicht mehr spielt, sondern lebt.

Neben der amüsanten Unterhaltung um einen gesellschaftlichen Falschspieler entlarvt die Geschichte die bürgerliche Welt, die den Betrug herausfordert, indem sie die Menschen nach dem äußeren Schein, dem guten Namen und den vorhandenen Mitteln beurteilt. Felix Krull zeigt, wie sich – entsprechendes Talent vorausgesetzt – die Wahrnehmung der Gesellschaft manipulieren lässt. Ein Phänomen, das die Gegenwart kennt, wenn auch die Talente sich ändern.

Die fiktive Biografie erzählt auch davon, was Künstlersein und Kunst für Thomas Mann bedeuten. Krull hat ihn sein Leben lang gedanklich begleitet. In dem Text spiegeln sich sowohl die Identitätskrisen des jungen Thomas Mann als auch die Position des fast Achtzigjährigen wider. Der Text wurde nie abgeschlossen, der Roman wurde als Fragment veröffentlicht.

Die Vodkagespräche

In dem Theaterabend des dänischen Kultautors Arne Nielsen liefern sich die aus Film, Fernsehen und Theater bekannten Schauspielerinnen Karoline Eichhorn und Catrin Striebeck Gespräche voller Liebe und Feindseligkeit wie es nur Geschwister kennen und können.
Nach der Beerdigung ihres Vaters treffen sich die Schwestern Edda und Freya in ihrem Elternhaus am Bodensee. Grund ist der Nachlass des Vaters, denn alles außer der Villa hat er einer AFD-nahen Stiftung vermacht. Nicht lange und die beiden Schwestern streiten über Politik und Religion. Und, da sie ihren Kummer mit einigen Gläsern Wodka wegspülen, auch schnell über Kindheit, Liebe, Familie und Verlust.

Achtsam morden

Es läuft nicht gut für Björn Diemel. Er ist Anwalt, der sich in seinem beruflichen Alltag bis zur Selbstaufgabe um das Wohlbefinden der organisierten Kriminalität kümmert. Nun wird er von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Ehe ins Reine zu bringen, sich als guter Vater zu beweisen und die etwas aus den Fugen geratene Work-Life-Balance wieder herzustellen.
Was er dort lernt und erfolgreich anwendet, verändert nicht nur sein Leben, sondern auch die Hierarchie im Unterwelt-Milieu. Denn als sein Mandant, ein brutaler und mehr als schuldiger Großkrimineller, beginnt, ihm ernstliche Probleme zu bereiten, bringt er ihn einfach um — und zwar nach allen Regeln der Achtsamkeit.

Drei Darsteller*innen in neunzehn Rollen sind höchst achtsam dabei, der rasanten Geschichte entschleunigt auf den Fersen zu bleiben.

Die Laborantin

Bea, Laborantin in einer großen Klinik, arbeitet in einer Wachstumsbranche: Seit kurzem erteilt ein einfacher Bluttest Auskunft über Erbkrankheiten, Gendefekte, die Wahrscheinlichkeit psychischer und körperlicher Erkrankungen und errechnet für die komplizierten Ergebnisse einen Gesamtwert auf einer Skala von eins bis zehn. Was als Fortschritt für die individuelle Gesundheitsvorsorge gedacht ist, wirkt sich schnell auf alle Lebensbereiche aus: Der Traumjob, ein Date, der Kredit fürs Eigenheim, nichts geht mehr ohne ein gutes Rating – und wäre es nicht am humansten, Menschen mit schlechten Erbanlagen pflanzten sich gar nicht erst fort? Bea (7,1) und ihrem Freund Aaron (8,9) hingegen stehen alle Türen offen. Aarons Rating ermöglicht ihm die Juristenkarriere, Beas Beruf ist krisensicher. Als Beas Freundin Char nur auf einen Wert von 2 getestet wird, entdeckt Bea einen lukrativen Nebenerwerb: Wenn eine simple Zahl über die eigene Zukunft entscheidet, ist ein gefälschter Test bares Geld wert.

Diese spannende Zukunftsvision, die jedoch leider schon fast ein Gegenwartsstück zu sein scheint, wurde von einer Mittzwanzigerin geschrieben. Die Geschichte handelt von ebenso jungen Leuten und beschäftigt sich auf tragikomische Weise mit dem Opportunismus großer Teile nachwachsender Generationen. Dieser Anpassungsdruck lässt Jungsein, älter aussehen als beispielsweise das Leben des unkonventionellen Bauchmenschen und Mittfünfzigers David, dem Hausmeister der Klinik.

Im Anschluss an die Vorstellung findet mit den Schauspieler*innen und unserer Chefdramaturgin Anja Del Caro ein Nachgespräch statt, zu dem wir alle Besucher*innen herzlich einladen.

Backbeat – Die Beatles in Hamburg

Hamburg, Reeperbahn 1960: Fünf blutjunge, leidenschaftliche Musiker aus Liverpool treten ein Engagement im INDRA Musikclub an. Ihre Namen: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Pete Best und Stuart Sutcliffe.

Die Bezahlung ist miserabel, die Unterkünfte armselig und der Weltruhm liegt in träumerischer Ferne. Noch ahnt niemand, dass hier Musikgeschichte geschrieben wird und schon bald erobern die „Pilzköpfe“ die Herzen des Publikums.

Prompt stellen sich die ersten Probleme ein: Die Freundschaft zwischen den Bandmitgliedern wird auf eine harte Probe gestellt, als Stuart Sutcliffe aus Liebe zur Fotografin Astrid Kirchherr, die als erste ihr Image prägen sollte, die Band verlässt.

„Backbeat – Die Beatles in Hamburg“ erzählt von den Anfängen der „Fab Four“ und lädt das Publikum mit Titeln wie „Love me do“ und „I saw her standing there“ auf eine musikalische Zeitreise ein.

Alle 7 Wellen

Der Spaß geht weiter!

Emmi Rothner und Leo Leike schreiben sich wieder! Endlich kommt die Fortsetzung der Liebesgeschichte, in der sich zwei, die sich nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Jetzt geht der Spaß erbarmungslos weiter!

Denn die halbjährige Sendepause hat nichts geändert: Sie sind und bleiben ein Traumpaar. Keiner passt so gut zu Emmi wie Leo. Keine pariert Leos Ausweichmanöver so schlagfertig wie Emmi. Eine perfekte Beziehung. Mit nur einem Makel: Wieder verkehren die beiden nur schriftlich miteinander! Bleibt also die spannende Frage: Kommt es nach Emmis und Leos E-Mail-Trennung nur zu einer Wiederaufnahme im Netz? Oder gar zu einer Begegnung ohne Netz?

Mit Alle sieben Wellen erfüllt Daniel Glattauer den Wunsch seiner Fans nach einer Fortsetzung der E-Mail-Romanze und überrascht erneut mit spritzigen, witzigen Dialogen und unerwarteten Wendungen. Gewohnt Tempo- und pointenreich, spannend und unterhaltsam.

Fortsetzung des Erfolgsromans Gut gegen Nordwind 

Die Weiße Rose

Selbstverständlich gelten die Geschwister Scholl zu Recht als Ikonen des an humanistischen Werten orientierten Widerstands junger Menschen gegen die Barbarei des Nationalsozialismus in Hitlerdeutschland.

Aber sie waren zu Lebzeiten noch so Vieles mehr als nur Ikonen. Sie waren eben junge Menschen aus Fleisch und Blut – und diesem Phänomen wird die neue Inszenierung der Hamburger Kammerspiele, mit Premiere genau 80 Jahre nach der Hinrichtung der Mitglieder der WEISSEN ROSE, mit frischem Blick auf besondere Weise nachspüren. Da gibt es viel Unbekanntes, Spannendes und Überraschendes hinter der allgemeinen Heldenverehrung zu entdecken!

Wer weiß heute noch, dass die Geschwister nicht immer schon Antifaschisten waren, sondern begeistert in der „Hitlerjugend“ engagiert? Sophie sogar 7 Jahre lang, und damit aktiver als gesetzlich vorgeschrieben. Wem ist bewusst, dass Sophies älterer Bruder Hans länger als ein Jahr, eine homosexuelle Beziehung lebte, und Sophie leidenschaftliche Aktzeichnerin war, schon sechzehnjährig über viele Jahre mit einem reiferen Wehrmachtsoffizier liiert war, aber auch eine gleichaltrige Freundin begehrte, und parallel in das Mitglied der „Weißen Rose“ Alexander Schmorell verliebt war? Wer weiß wirklich, dass Hans als Soldat ein halbes Jahr am „Russlandfeldzug“ teilnahm, und Sophie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin machte. Wer hätte gedacht, dass Hans, der Gründer der „Weißen Rose“ war, und alleiniger Verfasser der ersten Flugblätter, und dass Sophie erst Jahre später zur Widerstandsgruppe dazu stieß? Wem ist tatsächlich bekannt, dass Sophie eine fast manische Gottes– und Sinnsucherin war, eine grandiose Briefschreiberin, ein Bücherwurm – und dass diese am liebsten gar nicht als Mensch auf der Welt existiert hätte, sondern noch lieber ein Stück Baumrinde gewesen wäre? Dass sie mehrere Instrumente spielen konnte, Pfeife rauchte, gerne Alkohol trank, eine wilde Autofahrerin war, und als erstes Mädchen in Ulm eine Herrenfrisur, den „Bubikopf“ trug, weshalb sie im Freundeskreis mit Spitznamen „der Soffer“ genannt wurde?

All dies und noch mehr, wird ein gemischtes Ensemble von Hamburger Schauspielabsolvent*Innen zu einem sinnlichen und eindringlichen Erlebnis machen.

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