Die Zimtschnecken
Swingelingeling
Das Repertoire der Zimtschnecken ist in der heutigen Musikwelt ein Unikat: Dreistimmiger, stilechter Swing, nach wie vor der Tradition der Andrews Sisters verpflichtet, mit raffiniert humorvollen deutschen Texten, die die auch damals schon originell gestrickten Song-Vorlagen in ein mal gefühliges, mal ironisch gebrochenes, in den meisten Fällen hanseatisches Heute und Hier holen. Da wird mit „Caipirinha“ die triste Getränkebude am S-Bahnhof Hamburg-Bahrenfeld zum Zentrum südamerikanischer Lebensfreude, die „Boogie Woogie-Blaskapelle Boberger Loch“ bringt den hartgesottensten Marschlandbauern zum Tanzen, und die „Fischbeker Heide“ wird zum aphrodisischen Ambiente, in dem sogar der eigene Ehemann so lecker ist wie ein guter alter Wein. Die Zimtschnecken würzen ihr musikalisches Repertoire mit pfiffigen Choreographien („Keine denkt sich bessere aus als Victoria!“), komödiantischen Dialogen und figurbetonten Vierzigerjahre-Kostümen. Ein Programm, das einfach gute Laune macht! Bleibt nur noch eine Frage: Warum Zimtschnecken? „DIE Zimtschnecken, bitte“, sagt Anne, „man soll ja, wenn man uns googelt, nicht nur Rezepte finden!“ Gut, verstanden. Also warum DIE Zimtschnecken? Die Damen schmunzeln. „Weil wir keine Franzbrötchen sind.“ Das muss als Erklärung reichen; man befindet sich schließlich in Hamburg. Und dann lachen sie. Warm, würzig, unaufdringlich süß. Und natürlich dreistimmig.
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Foto: Thomas Leidig

